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Lebensmittelverschwendung vermeiden

Die letzten Scheiben Brot, der Rest vom Mittagessen oder die Bananen von vorgestern: Viel zu viele Lebensmittel landen bei uns im Müll. Das ist nicht nur Verschwendung, sondern auch schlecht fürs Klima.

Gemüsereste werden von einem Schneidebrett in einen Müllcontainer geschüttet
© Fotolia

Bis zu 18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland Jahr für Jahr im Müll. Das entspricht fast einem Drittel unseres gesamten Nahrungsmittelverbrauchs! Eine unvorstellbare Menge, zu der wir alle beitragen: Die Hersteller, die Landwirtschaft, der Handel und nicht zuletzt wir Verbraucher. Die Verschwendung von Lebensmitteln hat dabei viele Facetten: Während in weiten Teilen der Welt Hunger herrscht, schmeißen wir Obst mit Druckstellen in den Müll. Zu viel gekocht? Ab in die Tonne. Wir Endverbraucher sind dabei für rund 52 Prozent  aller weggeschmissenen Lebensmittel verantwortlich. Das ist nicht nur moralisch fraglich, sondern auch für das Klima eine Zumutung.

Unnötige CO2-Emissionen durch Lebensmittelverschwendung

All die Lebensmittel, die bei uns auf dem Müll landen, wurden angebaut, geerntet, transportiert, weiterverarbeitet, vielleicht sogar gekühlt. Umgerechnet bedeutet dies, dass dadurch fast 46 Millionen Tonnen Treibhausgase umsonst ausgestoßen werden – da sind CO2-Emissionen nur für die Tonne. Dazu werden außerdem ca. 43.000 Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche umsonst beackert und ca. 216 Millionen Kubikmeter Wasser umsonst verbraucht. Das trägt entscheidend zur Wasserknappheit bei. Dabei können wir viel dafür tun, dass weniger Essbares im Müll landet.

Unsere Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Den ersten Tipp gegen Lebensmittelverschwendung kannst du schon direkt beim Einkaufen umsetzen. Bevor du den Wochenmarkt oder Supermarkt besuchst, solltest du dir unbedingt eine Einkaufsliste schreiben – und dich auch daran halten. Denn oft lassen wir uns zwischen den Lebensmittelregalen verführen und kaufen mehr, als wir am Ende essen können. Hungrig einkaufen ist aus genau diesem Grund auch nie eine gute Idee.

Ein weiterer Punkt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum. Es gibt lediglich an, bis wann der Hersteller die höchste Qualität des Lebensmittels garantiert. Weil die Hersteller hier auf Nummer sicher gehen, kannst du viele Dinge häufig auch danach noch bedenkenlos essen. Und Obst oder Gemüse mit kleinen Stellen lässt sich oft noch hervorragend verarbeiten: Zu Suppen, Marmelade oder Kompott. Also einmal kurz innehalten, bevor das nächste Mal etwas im Müll landet. Solltest du ein Lebensmittel partout nicht verbrauchen, kannst du es über lokale Foodsharing-Anbieter an andere Menschen verschenken.

Und wenn trotz aller Planung etwas entsorgt werden muss, dann natürlich in die Biotonne. Denn nur so wird klimafreundliches Biogas und am Ende wertvoller Kompost daraus.

Apps gegen Lebensmittelverschwendung

Auch mit praktischen Apps kannst du in deinem Alltag gegen Lebensmittelverschwendung angehen. 

  • Mit „Too Good to Go“ kannst du Lebensmittel aus Restaurants und Lebensmittelgeschäften für wenig Geld vor der Tonne retten. 
  • „Zu gut für die Tonne“ stellt die besten Reste-Rezepte von prominenten Köch:innen vor.
  • „Eat Smarter“ biete dir Rezepte zur Resteverwertung an, die du nach Zutaten, Zubereitungszeit, Kosten und Saison filtern kannst.
  • Foodsharing-Apps machen es einfacher, Lebensmittel zu teilen. Verschiedene Anbieter ermöglichen dir dabei, dich mit anderen Lebensmittelretter:innen zu vernetzen.

Weitere Informationen:
WWF-Studie zur Lebensmittelverschwendung
Umweltbundesamt: Ein Drittel der Lebensmittel wird verschwendet
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wider-die-verschwendung
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum
Biomüll richtig entsorgen
App: Too Good to Go
App: Zu gut für die Tonne
App: EatSmarter!
Lebensmittel teilen mit Foodsharing