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So geht klimafreundlich essen

Was Fleisch mit dem Klima zu tun hat? Sehr viel. Und genau deshalb ist Klimaschutz beim Essen so wirkungsvoll.

Eine Frau mit Sonnenbrille beißt genussvoll in einen Burger.
© AdobeStock / sonyachny

Ernährung ist ein sehr persönliches Thema: Wir essen, was uns schmeckt, was wir vertragen und was zu unserem Lebensstil passt. Nicht immer entscheiden wir uns dabei für die klimafreundlichste Variante, dabei hat unsere Ernährung einen riesigen Einfluss auf die Klimaerwärmung. Fleisch zum Beispiel ist alles andere als umweltfreundlich.

Warum ist Fleisch schlecht fürs Klima?

Der weltweite Fleischkonsum hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt: 2018 waren es 360 Millionen Tonnen. Jeder Deutsche verbraucht im Jahr über 60 Kilo reines Fleisch – unglaublich, oder? Das ist besonders dramatisch weil die weltweite Nutztierhaltung für 20% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Ca. 13,6 kg CO2 werden für die Produktion eines Kilos Rindfleisch freigesetzt. Zum Vergleich: Für die gleiche Menge Tofu ist es nur 1 Kilogramm, bei Bio-Äpfeln sind es sogar nur 0,2 Kilogramm.

Etwa 70% der Emissionen in der Lebensmittelproduktion sind auf tierische Lebensmittel zurückzuführen. Rund 44% davon entfällt auf Fleisch. Dazu zählen das Methan, das Wiederkäuer wie Kühe in ihren Mägen erzeugen und ausstoßen, aber auch Emissionen aus der Futtererzeugung. Weitere 25% entstehen durch die Produktion tierischer Produkte wie Milch, Eier, Butter.

Fleisch, Milch und Eier verbrauchen viel Ackerland

Insgesamt 75% der für unsere Ernährung benötigten Fläche werden allein für die Produktion von Fleisch und anderer tierischer Lebensmittel genutzt. Milchprodukte und Eier haben also auch eine große Klimawirkung, denn auch Milchkühe und Hühner müssen Futter bekommen. 

Unser Fleischkonsum ist übrigens nicht nur schädlich für das Klima, sondern begünstigt auch die Übertragung von Krankheiten, bedroht die Biodiversität und schadet Tier- und Menschenwohl. 

Wieso wir unseren Fleischkonsum reduzieren müssen

Unser Ernährungssystem ist also verantwortlich für einen großen Teil der globalen Treibhausemissionen. Was kannst du also tun, um dich klimafreundlicher zu ernähren? Weniger Fleisch und tierische Lebensmittel konsumieren! Allein durch die Umstellung auf eine flexitarische, also fleischarme Ernährung könnten wir die Treibhausgasemissionen um 27% senken. Dafür müssten wir in Deutschland unseren durchschnittlichen Fleischkonsum auf ca. 470 Gramm pro Woche halbieren. Würden wir alle rein vegetarisch leben, könnten wir eine Senkung von 47% erreichen, bei veganer Ernährung sogar 48%, hat der WWF berechnet.

Am besten regional und saisonal kaufen

Bei der Auswahl von Lebensmitteln solltest du möglichst darauf achten, dass du lokal und saisonal einkaufst. Denn kürzere Transportwege erzeugen weniger CO2. Wieso Äpfel aus Neuseeland kaufen, die eine lange Reise über den Ozean hinter sich haben, wenn in Hamburg mit dem alten Land ein riesiges Obstanbaugebiet direkt vor der Tür liegt? Auf Hamburgs Wochenmärkten bekommst du eine tolle Auswahl regionaler Obst- und Gemüsesorten, die gerade Saison haben. Noch bequemer wird es mit einer Biokiste, die dir frisches Obst und Gemüse direkt nach Hause bringt. Wer dabei auch noch nichtkommerzielle Formen von Landwirtschaft unterstützen möchte, wird bei den SoLawis und Coops in Hamburg und Umgebung fündig.

Bio-Lebensmittel sind gut für Tiere und Umwelt

Biologische Landwirtschaft ist in vielen Punkten umweltfreundlicher als konventionelle Landwirtschaft. In Bezug auf Tierwohl hat sie definitiv die Nase vorn. Durch den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel, Gentechnik und Kunstdünger wird auch die Umwelt weniger belastet und die Artenvielfalt geschützt. In Puncto Flächennutzung sind Bio-Tierprodukte nicht unbedingt klimaschonender. Sie erzeugen bei der Produktion sogar mehr Emissionen, weil für denselben Ertrag eine größere Fläche Weideland benötigt wird. Bei Obst und Gemüse ergibt Bio aber auch für das Klima viel Sinn: Bio-Äpfel zum Beispiel erzeugen mit 0,2 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Apfel sogar weniger Emissionen als konventionelle Äpfel, selbst wenn diese saisonal und regional bezogen werden.

Labels und Siegel helfen bei der Orientierung

Bio, vegan, ohne Gentechnik: Die Labels auf Lebensmitteln geben Auskunft darüber, wie diese produziert wurden. Bei der Vielzahl an Beschriftungen kann man schon mal schnell den Überblick verlieren, vor allem, weil nicht alle Siegel gesetzlichen Verordnungen entsprechen. Oftmals vergeben auch die Erzeuger selbst Labels, die teilweise keiner unabhängigen Kontrolle unterliegen. Die Verbraucherzentrale hat eine praktische Übersicht geschaffen, was welche Labels bedeuten und wer sie kontrolliert. Auch das Projekt Siegelklarheit bietet einen guten Überblick für Lebensmittel-Siegel. Am bekanntesten sind das deutsche Bio-Siegel und europäische Bio-Siegel.

Weiterführende Infos und Tipps:
Infos zum Fleischkonsum weltweit
Fleischkonsum und Klimawandel
CO2-Fußabdruck von Fleisch
Klimabilanz von Lebensmitteln im Vergleich
Flächenbedarf in der Lebensmittelproduktion
WWF: Einkaufsrategeber Fleisch und Wurst
WWF-Studie: Ernährungssysteme
WWF: Tierwohl und andere Folgen von Fleischkonsum
Ifeu-Studie: Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland