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Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Hamburg

Wie wollen wir in Zukunft leben? Was und wie müssen wir lernen, um unsere Welt auch in Zukunft lebenswert zu erhalten? Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll uns dabei helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden.

Grundschüler und Lehrer bei einem Projekt zum Thema Windkraftanlagen
© AdobeStock / Gorodenkoff

Die Weltgemeinschaft steht in Anbetracht von Klimawandel, Digitalisierung und Armut vor großen Herausforderungen. Um gemeinsam die beste Zukunft für alle zu gestalten, hat die UNESCO im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Teil ihrer Ziele definiert. In Deutschland wurde dazu ein nationaler Aktionsplan beschlossen, der Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell in der deutschen Bildungslandschaft verankern soll. Auch in Hamburg werden daher BNE-Maßnahmen umgesetzt.

Was bedeutet Bildung für Nachhaltige Entwicklung?

Das Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wurde von den Vereinten Nationen mit dem Gedanken eingeführt, dass wir Herausforderungen wie den steigenden Meeresspiegel oder das Artensterben nur gemeinsam meistern können. BNE soll uns lehren, verantwortungsvoll zu leben, damit die Erde auch für folgende Generationen lebenswert bleibt. Dabei sollen Wissen und Werte vermittelt werden, die uns helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und im besten Interesse unserer Umwelt zu handeln. Was hat zum Beispiel deine Entscheidung, eine Jeans zu kaufen, mit fairen Arbeitsbedingungen und der Wassernutzung in Ägypten zu tun? Wenn du diese Zusammenhänge verstehst, kannst du verantwortungsvollere Entscheidungen treffen. Das zieht sich durch alle Lebensbereiche – von Ernährung und Mobilität über Freizeit bis hin zu allgemeinen Konsumverhalten.

BNE in Deutschland

Wie genau setzt man also die Ziele von BNE um? Eine von der UNESCO erstellte Roadmap hilft bei der Priorisierung und stellt die Themen Digitalisierung, Armutsbekämpfung, transformatives Handeln und Resilienz in den Vordergrund. Weil diese Dinge Berührungspunkte mit allen menschlichen Lebensbereichen haben, werden nach und nach auch alle Bereiche des öffentlichen Lebens in den Plan mit einbezogen. Die Politik soll die Umsetzung des BNE-Konzepts unterstützen, Schulen und andere Lerneinrichtungen sollen sich an den BNE-Prinzipien orientieren und in ihre Lehrpläne integrieren. Das Lehrpersonal soll geschult werden, um die BNE-Themen optimal vermitteln zu können. Parallel sollen junge Menschen mobilisiert werden, sich für nachhaltige Entwicklung zu engagieren, während Städte, Gemeinden und Regionen die BNE-Projekte auf lokaler Ebene implementieren.

Wie wird BNE in Hamburg umgesetzt?

Die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat den „Hamburger Masterplan BNE 2030“ formuliert und stellt 540.000 Euro für Bildungsprojekte zur Verfügung . Die Hamburger Klimaschutzstiftung koordiniert das Programm.

Insgesamt 100 Maßnahmen werden in den folgenden sechs Bildungsbereichen umgesetzt:

  • Frühkindliche Bildung: Pädagogische Fachkräfte werden ausgebildet und gecoacht. Fachveranstaltungen zu konkreten Bildungsbausteinen und Förderangeboten werden organisiert.
  • Schulische Bildung: Schulen werden bei der Entwicklung eines BNE-Curriculums und der Integration von BNE in der gesamten Schulgemeinschaft unterstützt.
  • Außerschulische Bildung: Akteure und Multiplikatoren werden angesprochen und vernetzen sich. Die Teilhabe für schwer erreichbare Gruppen wird gefördert, neue Anreize dafür werden gesucht.
  • Berufliche Bildung: Für Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen werden BNE-Fortbildungsformate entwickelt.
  • Hochschul-Bildung: Hochschulen sollen mit einem Nachhaltigkeitspreis motiviert werden, BNE durch Kooperationsprojekte in die Forschung und Lehre zu integrieren.
  • Bildung auf Bezirksebene: Anhand von Modellprojekten sollen die Hamburger Bezirke Maßnahmen zur Bürger:innenbeteiligung im Bereich BNE entwickeln.

Kann ich mich für eine BNE-Förderung bewerben?

Der Masterplan BNE richtet sich an Vereine, Verbände, Institutionen und Hochschulen mit Sitz in Hamburg. Interessierte mit der entsprechenden Qualifikation können sich für eine Förderung bewerben, um die im Masterplan beschlossenen Maßnahmen durchzuführen. Im Förderjahr 2022 wurden insgesamt 11 Maßnahmen des Masterplans ausgeschrieben – die Bewerbung war bis zum 18. Mai 2022 möglich. In den kommenden Jahren wird es erneute Bewerbungsrunden geben. Informationen dazu findest du auf der Website der Hamburger Klimaschutzstiftung.

Hamburg setzt Sustainable Development Goals (SDGs) um

Der Hamburger Senat hat sich verpflichtet, die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen umzusetzen. Dafür hat sich die Initiative „Hamburg lernt Nachhaltigkeit“ gegründet. Dieser Zusammenschluss von Hamburger Behörden, Institutionen, Verbänden, Netzwerken und Bildungspersonal soll die Umsetzung der auf BNE bezogenen Ziele im Rahmen des Hamburger Masterplans BNE 2030 koordinieren. Als Grundlage dafür dient in Hamburg der Nationalen Aktionsplan BNE.

Weitere Informationen:
BNE in Hamburg: Hamburger Masterplan BNE 2030
Die Hamburger Klimaschutzstiftung koordiniert den Masterplan BNE 2030
BNE-FAQs
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