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So verändert sich der Winter in Hamburg

Zum Winter gehören Eis, Schnee und frostige Temperaturen? Das ändert sich gerade: In den letzten 30 Jahren sind die Winter in Hamburg im Durchschnitt deutlich wärmer geworden. 2020 gab es außerdem zum ersten Mal einen Winter ganz ohne Eistag– eine dramatische Entwicklung.

Ein Kind mit gelben Gummistiefeln und buntem Regenmantel springt in eine Pfütze.
© AdobeStock / Irina Schmidt

Dass die Winter in Hamburg wärmer werden, können Klimaforscherinnen und Klimaforscher anhand von Klimadaten feststellen, die über einen langen Zeitraum gemessen und ausgewertet werden. Die Ergebnisse wurden im Hamburger Klimareport veröffentlicht. Dafür wird die Referenzperiode von 1961 bis 1990 herangezogen. In der Zeit betrug die durchschnittliche Temperatur im Winter in Hamburg 1,1 Grad. Seit 1990 ist die Durchschnittstemperatur um 1,4 Grad angestiegen – sie liegt mittlerweile bei 2,5 Grad. Ein deutliches Zeichen, dass der Klimawandel auch in Hamburg angekommen ist.

Eistage werden weniger

Wenn die Temperatur 24 Stunden lang unter Null Grad Celsius bleibt, spricht man von einem Eistag. Parallel zu den steigenden durchschnittlichen Temperaturen geht auch die Zahl der Eistage in Hamburg zurück. Im Mittel gab es davon zwischen 1961 und 1990 noch 20,5. In den folgenden 30 Jahren waren es nur noch 13,4 Tage. Einen traurigen Rekord gab es in Hamburg im Winter 2019/2020 – zum ersten Mal seit Beginn der offiziellen Temperaturmessungen gab es nicht einen einzigen Eistag.

Mehr Regen im Winter

In den letzten 140 Jahren hat die Niederschlagsmenge in Hamburg insgesamt zugenommen. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1961 - 1990 fiel in den Wintern von 1990 - 2020 circa 11 Prozent mehr Regen. Klimaforscher rechnen damit, dass im Zeitraum 2021 bis 2050 der Niederschlag im Winter noch um 4 bis 11 % zunehmen wird. 

Anpassung an den Klimawandel

Klimamodelle zeigen, dass dieser Trend sich fortsetzt: Wir müssen mit wärmeren und niederschlagsreicheren Wintern rechnen. Mehr Regen im Winter und weniger im Sommer, aber auch Starkregenereignisse stellen die Stadt vor große Herausforderungen. Mit mehr Klimaschutzmaßnahmen allein können wir diesen Trend nur zum Teil aufhalten. Das bedeutet, dass wir uns alle schon jetzt auf die veränderten Bedingungen einstellen veränderten Bedingungen einstellen und uns an den Klimawandel anpassen müssen.