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Was ist eigentlich die UN­-Klimakonferenz?

Auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen verhandeln über 190 Länder über Klimapolitik. Die aktuelle Klimakonferenz findet 2022 in Scharm El-Schaich in Ägypten statt. Wir erklären, worüber die Teilnehmenden verhandeln und wieso diese Veranstaltung so wichtig ist.

Logo der COP27 in Sharm el-Sheikh, Ägypten
© United Nations Framework Convention on Climate Change (COP27 website)

Vom 6. bis zum 18. November findet im ägyptischen Scharm El-Schaich die 27. UN-Klimakonferenz COP (Conference of the Parties) statt. An dem auch als "Vertragsstaatenkonferenz" bezeichneten Gipfel nehmen Menschen aus 190 Ländern teil. Neben Politikern und Repräsentanten von Nichtregierungsorganisationen sind auch Angehörige wirtschaftlicher Kreise und der Wirtschaft eingeladen.

Welche Ziele verfolgt die UN-Klimakonferenz?

Die jährlich stattfindende Klimakonferenz ist das oberste Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention UNFCCC

(United Nations Framework Convention on Climate Change). In diesem internationalen Abkommen haben sich mittlerweile 196 Teilnehmerländer und die EU zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet.

Bei der Klimakonferenz in Paris (Frankreich) im Dezember 2015 einigten sich die Mitgliedsstaaten darauf, die Erderwärmung auf "deutlich unter" zwei Grad Celsius zu begrenzen mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Einmal im Jahr kommt die internationale Gemeinschaft zusammen, um darüber zu verhandeln, was die Staatengemeinschaft tun muss um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Mittlerweile haben 143 Vertragsstaaten nationale Klimaziele eingereicht. Diese reichen aber bei weitem nicht aus, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.  Die aktuellen Zusagen aller Vertragsstaaten würden langfristig zu einem Temperaturanstieg von 2,7° führen.

Das sind Ziele der 27. Klimakonferenz

Die Ziele der 27. Klimakonferenz bauen direkt auf den Beschlüssen der Vorgängerkonferenz in Glasgow auf. Alle 197 Vertragsstaaten sind dazu aufgerufen, ihre eigenen Klimaziele nochmal kritisch zu betrachten und anzupassen – sprich, strenger zu formulieren. Dazu gehört die Entwicklung zur Erreichung von "Net Zero" (echter Klimaneutralität) bis 2030. Die Teilnehmenden des Pariser Klimaabkommens von 2015 präzisierten die Ziele letztes Jahr bei der Konferenz in Glasgow. Ab jetzt sollen sie wirklich umgesetzt werden. Dazu zählt unter anderem das Versprechen, dass die Vertragsstaaten insgesamt 100 Mrd. Dollar für den Klimaschutz in Entwicklungsländern bzw. Ländern des globalen Südens bereitstellen. Diese sind vom Klimawandel nämlich am stärksten betroffen.

Um diese Themen geht es bei der COP27

Die Teilnehmenden der COP27 beschäftigen sich an Thementagen mit unterschiedlichen Punkten, die alle wichtige Bestandteile im Kampf gegen den Klimawandel sind.

  • Finance: Wie können wir den Kampf gegen den Klimawandel finanzieren?
  • Science: Wie ist der Forschungsstand und welchen Einfluss haben verschiedene Reports auf die internationale Klimaschutz-Agenda?
  • Youth & Future Generations: Wie können wir die Perspektiven junger Aktivist:innen integrieren?
  • Decarbonization: Wie können Wirtschaft und Wissenschaft CO2 gemeinsam reduzieren?
  • Adaptation & Agriculture: Wie kann sich die Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen, um die Ernährung der Welt zu sichern?
  • Gender: Wie können die Folgen des Klimawandels für die statistisch stärker betroffenen Frauen gemindert werden?
  • Water: Wie können wir nachhaltiger mit der endlichen Ressource Wasser umgehen?
  • Ace & Civil Society: Wie können wir die Zivilgesellschaft in die aktive Eindämmung des Klimawandels einbinden?
  • Energy: Wie schaffen wir den Wechsel zu nachhaltigeren Energiequellen?
  • Biodversity: Wie bewahren wir die wertvollen Ökosysteme der Erde?
  • Solutions: Welche übergreifenden Lösungen für die globalen Klima-Herausforderungen gibt es?

Der Weltklimarat IPCC liefert Informationen über den Klimawandel

Wichtige Arbeit für die Klimakonferenz leistet der Weltklimarat IPCC, der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen. Er ist das wissenschaftliche Gremium, das den politischen Entscheidungsträgern eine Orientierung bei ihren Beschlüssen gibt. Die Hauptaufgabe des IPCC besteht darin, Informationen über den anthropogenen (menschengemachten) Klimawandel, über die Risiken und Folgen des Klimawandels sowie über Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel und Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels zu liefern. Dabei betreibt der IPCC keine eigene Forschung, sondern trägt die Ergebnisse der aktuellen Literatur, die weltweit zu dem Thema publiziert wird, zusammen und wertet sie aus.

IPCC-Berichte zeigen den neuesten Stand der Klimaforschung

Die neuesten Ergebnisse der Klimaforschung werden in sogenannten Sachstandsberichten veröffentlicht, die auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Seit seiner Gründung im Jahr 1988 hat der Weltklimarat fünf Sachstandsberichte und einige Sonderberichte veröffentlicht. Der letzte Sonderbericht wurde 2018 veröffentlicht und untersucht, welche Folgen die Erwärmung der Erde um 1,5 Grad Celsius hätte.

Weiterführende Infos:
Darum ging es in der Klimakonferenz in Glasgow
Das ist die Klimarahmenkonvention UNFCCC
Die Beschlüsse der 26. Weltklimakonferenz
Das sind die EU-Klimaziele für 2030
Das sind Deutschlands Klimaziele
Das deutsche Klimaschutzgesetz
Hamburgs Klimaziele für 2050